Praxis-Eröffnung am 23.09.2025 in Hamburg-Wilhelmsburg
Thomas Masselink • 10. Oktober 2025

Am 23.09.2025 hat Dagmar von Linde-Sunden ihre Praxis für Coaching, Supervision und Prävention
in "ihrem Kiez", Hamburg Wilhelmsburg am Rothenhäuser Damm 45 eröffnet. Damit hat das Institut für Psychodrama Dr. Ella Mae Shearon
wieder einen eigenen Standort in Hamburg.
Am Eröffnungstag gab es Sekt und selbst gebackenes Brot für die Gäste. Außerdem konnten sie etwas über die geplante Arbeit der Praxis, über das Institut, seine Geschichte und Dagmars Eintritt ins Institut erfahren. Mit Respekt, was da in Sachen Praxis und Institut vor ihr liegt, vor allem aber mit Mut und viel Freude schaut sie auf die zukünftige Arbeit. In ihrer kleinen Ansprache dankt Dagmar ihrer Familie für die Unterstützung. Der Schule, in deren Räume sie die Praxis in unmittelbarer Nähe zum Schulgebäude eingerichtet hat, gilt ihr Dank ebenso für die Möglichkeit an sich und für die freundliche Aufnahme.
In Zukunft wird es Angebote für Kinder und Jugendliche aus dem Stadtteil geben, z.B. psychodramatisches Sandspiel und Kinderpsychodrama für Einzelne und in Kleingruppen.
Dagmar bietet darüber hinaus Beratung für Fachkräfte an Schulen, Kitas, Einrichtungen, sowie Coaching für Teams und Leitungskräfte und macht Angebote zu Prävention und Prophylaxe im Bereich Kinder und Jugendliche.
Interessantes aus der Psychodrama-Welt

In der ersten Märzwoche fand in Wien eine besondere Bildungsreise statt, die sich den Spuren von Jakob Levy Moreno widmete. Die Gruppe bestand aus zehn Teilnehmerinnen, allesamt Frauen aus dem norddeutschen Raum, darunter Hannover, Hamburg und Stade. Alle sind über das Institut Dr. Ella Mae Shearon miteinander verbunden, sei es durch Ausbildung oder als Kolleginnen. Die beiden Institutsleitungen Dagmar von Linde-Suden und Thomas Masselink haben die Woche gemeinsam mit Dr. Ingeborg Wegehaupt-Schneider konzipiert. Leider konnte Ingeborg die Reise aus gesundheitlichen Gründen nicht mit uns antreten. Dennoch war sie mit ihrer Inspiration und ihrer Verbundenheit mit unserer Gruppe auf unseren Wegen durch Wien stets mit dabei. Die Unterkunft lag im 7. Bezirk im Hotel am Brilliantengrund, einem kleinen, familiengeführten Haus mit zauberhaftem Innenhof. Die Atmosphäre war einladend und inspirierend, das philippinisch-österreichische Essen von bester Qualität – ein ganz spezieller Ort zum Wohlfühlen und Verweilen. Sonntag Anreise und Einstimmung Bereits am Sonntag, noch vor dem offiziellen Beginn der Bildungswoche, besuchte eine kleine Gruppe den Wiener Zentralfriedhof. Dort legten sie Blumen und Steine an Morenos Grab nieder, um ihn zu ehren und sich auf die bevorstehenden Tage einzustimmen. Montag Kennenlernen, Erkundung und Bekanntschaft mit historischen Persönlichkeiten Der offizielle Start fand am Montag im lichtdurchfluteten Yogastudio Prana statt, das sich in einem Hinterhof unweit des Hotels befindet. Die Teilnehmerinnen hatten die Gelegenheit, sich miteinander vertraut zu machen und gemeinsam anzukommen. Dagmar und Thomas gaben einen Überblick der gesamten Woche und den Planungen. Nach der Mittagspause erkundeten die Teilnehmerinnen jeweils zu zweit die Umgebung, wobei sie sich in historische Figuren einfühlten, und diese schauspielerisch verkörperten. Am Abend kam es im Innenhof des Hotels zu einer besonderen Begegnung: Familie Freud, Jakob Levy Moreno, Viktor Frankl, Emil der Kutscher, Bertha von Suttner, Lou Andreas-Salome, Elfriede Jelinek und Falko trafen aufeinander – ein magischer Moment, der allen in Erinnerung bleiben wird. Dienstag Ausflug nach Bad Vöslau Am Dienstag reiste die Gruppe gemeinsam mit der Wiener Journalistin Ulrike Botzenhart nach Bad Vöslau, wo Moreno als junger Arzt tätig war. Während der Bahnfahrt berichtete die engagierte Reiseleiterin ausführlich und lebendig über Morenos Kindheit und Jugend, so dass nicht nur die Teilnehmerinnen, sondern auch andere Fahrgäste gebannt zuhörten. Auf dem Weg zum Stadtmuseum Bad Vöslau passierte die Gruppe die alten Gebäude der ehemaligen Kammgarnfabrik, wo Moreno ebenfalls als Fabrikarzt angestellt war. Im Stadtmuseum empfing die Leiterin Dr. Silke Ebster die Gruppe, obwohl offiziell geschlossen war, und führte uns durch die bewegte Geschichte des Ortes. Und dann standen wir vor der Glasvitrine, in der Erinnerungen, Fotos und Dokumente zu Jakob Levy Moreno, dem Ehrenbürger Bad Vöslaus, gesammelt sind. Vor der eher nüchternen Vitrine zu stehen und gleichzeitig den Beginn der Entstehung des Psychodramas zu erspüren, war für alle ein demütiger, ergriffener Moment.

Ella Mae Shearon wurde in den USA geboren und war sehr mit ihrem Land verbunden. Sie war eine echte Vater Tochter: wollte die Welt erobern, als Frau einen Führungsplatz finden. Sie studierte Psychologie machte ihren Doktor und lernte bei Moreno das Psychodrama kennen und lieben zusammen mit Grete Leutz, Ildiko Mävers, Heika Straub und anderen. Moreno schickte sie nach Deutschland mit dem Auftrag Bewegung, Begegnung, Schönheit, Kreativität und Spontaneität in das noch in 1970igen Jahren eher depressive Land zu bringen. In ihrer ersten Gruppe in Göttingen am sozialpädagogischen Seminar, konnte sie diesem Auftrag schon gerecht werden. Sie war eine Meisterin der Surplus Ebene. Ihre Stärke war Intuition, Phantasie, Angstfreiheit und Empathie. Regelhaftigkeit lag ihr eher fern. Als Vatertochter, Tochter von Moreno und Leitungspersönlichkeit gründete sie ein eigenes Institut und wie konnte es anders sein unter ihrem eigenem Namen, das Ella Mae Shearon Institut. Die Bühne war ihr Element, Vorbilder waren Moreno, die Oper und Shakespeare. Sie war eine schillernde Persönlichkeit; äußerlich und in ihrer psychodramatischen Arbeit. Ihr Lachen war legendär und ansteckend. Sie wurde nicht deutsch, blieb amerikanisch, eine Wanderin zwischen der narzisstischen Welt der USA und der depressiven Deutschlands. Die Verbindung dieser Welten war ihr Leben.

Es war eine Zeit lang ruhig an unserem kleinen Institut. Jetzt sind wir auf dem Weg unser Institut neu zu beleben und auszurichten. Wir Das sind Dagmar und Thomas . Wir kennen uns, seit wir 1999 zusammen unsere Psychodrama-Weiterbildung am Institut begonnen haben. Das bleibt Wir sind ein kleines Psychodrama-Institut. Wir sind im DFP, dem Deutschen Fachverband für Psychodrama e.V. , weil ein starker Fachverband wichtig ist. Wir ermuntern alle unsere Absolvent*innen, dem Fachverband beizutreten bzw. diesem treu zu bleiben. Dagmar ist seit diesem Jahr im DFP-Vorstand aktiv. Wir werden weiterhin interessierte Menschen aus- und weiterbilden. Wir bieten weiter die klassischen Weiterbildungen Psychodrama-Praktiker*in und Psychodrama-Leitung/-Therapeut*in an. Das ändert sich Wir sehen uns in der Tradition von Ella Mae Sharon, die international unterwegs war. Wir organisieren zukünftig psychodramatische Reisen. Im März 2026 geht’s unter dem Motto „Moreno gestern und heute“ nach Wien. In Hamburg (Dagmar) und Hannover (Thomas) können Einzelsitzungen gebucht werden. Für gestandene Coaches, Berater*innen und Teamentwickler*innen bieten wir eine Weiterbildung zum/zur Psychodrama Coach/Psychodrama-Teamentwickler*in an. Pädagogisches Psychodrama mit Kindern und Jugendlichen in 3 bis 4 Weiterbildungsmodulen wird einen weiteren Schwerpunkt bilden. Das ändert sich für Lehrende am Institut Wir werden näher zusammenrücken: jährliche Institutstreffen zur Kontaktpflege, regelmäßige Fortbildungen und eine gemeinsame Plattform, auf der u.a. Angebote der Referent*innen präsentiert werden können. Das sind erste sichtbare Ergebnisse unserer Überlegungen. Wir befinden uns in einem lebendigen Prozess mit verschiedensten befreundeten Psychodramatiker*innen, bei dem wir uns intensiv mit der soliden Weiterentwicklung unseres Instituts befassen. Gerne informieren wir euch an dieser Stelle weiter über den Fortgang dieses spannenden Wegs und freuen uns über Rückmeldungen dazu. Foto: Manfred Antranias Zimmer auf pixabay




